Dezember 9, 2017 Goellner

Zeitungsartikel zum durch die Architekturbüro Göllner GmbH erstellten Kosten- und Nutzungskonzept.


Am 21. Dezember steht ein lange erwarteter Punkt auf der Tagesordnung des Parlaments: Die Stadtverordneten sollen dem ersten Bauabschnitt für die Erneuerung der Stadthalle zustimmen. Ein Nutzungskonzept gibt Aufschluss über die Perspektive.

Hattersheim. 

Drei Tage vor Weihnachten ist bereits Bescherung in Hattersheim: Dann entscheiden die Stadtverordneten über die Sanierung der Stadthalle. Für viele wäre es ein tolles Weihnachtsgeschenk, wenn die politischen Fraktionen die Wiedereröffnung des zentralen Veranstaltungsortes auf den Weg bringen. Die Halle ist bereits seit März 2014 geschlossen. Auflagen des Brandschutzes konnten nicht mehr erfüllt werden. Im November 2016 beauftragten die Stadtverordneten den Magistrat, ein Nutzungskonzept vorzulegen sowie die wichtigsten Maßnahmen samt Kosten darzustellen. Diese Informationen liegen nun vor. Auf ihrer Grundlage soll die Stadtverordnetenversammlung grünes Licht für den ersten Bauabschnitt geben.

Eröffnung 2020?

Das Frankfurter Architekturbüro Göllner Real Estate geht in seiner Analyse über die notwendigen Sanierungsmaßnahmen hinaus. Die Experten sehen in einer künftigen Nutzung der Stadthalle als Tagungs- und Eventcenter die Möglichkeit, den Wirtschaftsstandort Hattersheim zu stärken. Allerdings kommt das Büro zu dem Schluss, dass eine sofortige Entwicklung als Kongresszentrum zu kostspielig sei. Durch die Aufteilung der Maßnahmen in zwei Bauabschnitte soll zunächst eine zeitnahe Wiedereröffnung der Halle gesichert werden. Im Konzept wird ein Zeitraum von 2018 bis 2020 für den ersten Abschnitt genannt, der sich vor allem mit energetischer Sanierung und Modernisierung befasst. Der weitere Ausbau zur flexiblen Kongresshalle wäre optional und könnte nach den Erfahrungen der ersten Betriebsjahre beschlossen werden.

Besonderes Restaurant

Das vorliegende Nutzungskonzept unterteilt den Bedarf in die Bereiche Gastronomie, Vereinsnutzung und Veranstaltungsfläche. Die Verfasser der Studie bezeichnen ein „ausgeklügeltes Gastronomiekonzept“ als einen Schlüssel zum langfristigen Erfolg. Das Restaurant in der Stadthalle soll sich von der Masse abheben und unabhängig von Veranstaltungen geöffnet sein. Weil Ehrenamtler meist nur wenig Geld zur Verfügung haben, empfiehlt das Architekturbüro vergünstigte Nutzungskonditionen für Vereine. Für die weitere Nutzung als Veranstaltungsfläche wird ein „enormes Potenzial“ gesehen, weil die Lage durch die Nähe zum Flughafen und gute Verkehrsanbindungen günstig sei. Dies eröffne beispielsweise die Möglichkeit für Konzerte und kleinere Messen.

Vorschläge liefert das Konzept auch zum künftigen Betrieb der Stadthalle: Nach Abschluss des ersten Bauabschnitts könnte die Halle demnach vom Hattersheimer Kulturforum betreut werden. Es wird auf die langjährige Erfahrung der Mitarbeiter im Bereich Eventplanung verwiesen. Das Kulturforum kenne den Markt für die Nutzung der Stadthalle. Ein optimiertes Vermietungskonzept soll die Wirtschaftlichkeit des Betriebs sichern. Falls die Halle im zweiten Bauabschnitt zum Kongresszentrum erweitert werden sollte, empfiehlt Göllner eine professionelle, wirtschaftliche Betriebsführung durch eine neue kommunale Gesellschaft oder einen externen Pächter.

Im ersten Bauabschnitt, der nun in der Stadtverordnetenversammlung zur Entscheidung steht, würden unter anderem Fassade und Dach gedämmt. Die derzeitigen Glasscheiben sollen gegen eine energiesparende Isolierverglasung ausgetauscht werden. Die Maßnahmen würden 5,2 Millionen Euro kosten. Die Stadt könnte 2,1 Millionen Euro aus dem Kommunalen Investitionsprogramm des Landes und aus weiteren Fördertöpfen erhalten. Hinzu kämen 675 000 Euro aus eigener Hand. Der inzwischen verstorbene Eddersheimer Gerd Herbert hatte 500 000 Euro für die Sanierung der Stadthalle gespendet. Für die fehlenden 2,4 Millionen Euro müsste die Stadt einen Kredit aufnehmen. Im Konzept wird aufgelistet, dass bei einer Laufzeit von 30 Jahren 262 000 Euro an Zinsen anfallen würden. Der optionale zweite Bauabschnitt würde mit 2,5 Millionen Euro zu Buche schlagen, die komplett über einen Kredit finanziert werden müssten. Die Halle würde nach ihrer Wiedereröffnung ein jährliches Minus von rund 390 000 Euro im städtischen Haushalt ausmachen, da die Ausgaben die Einnahmen aus Vermietung und Gastronomie übersteigen. Dieses Minus würde nach dem zweiten Bauabschnitt etwas sinken, weil sich mit dem Kongresszentrum höhere Einnahmen aus der Vermietung erzielen ließen.

 

Quelle: http://www.kreisblatt.de/lokales/main-taunus-kreis/5-2-Millionen-fuer-die-neue-Stadthalle-Dafuer-soll-sie-genutzt-werden;art676,2848443